Patience, auch Solitaire genannt, ist das bekannteste Kartenspiel für eine Person – doch seine Geschichte ist älter und rätselhafter als die digitalen Versionen vermuten lassen. Die ersten Aufzeichnungen aus dem 18. Jahrhundert zeigen, dass die Idee, Karten in eine bestimmte Ordnung zu bringen, schon vor über 250 Jahren Menschen beschäftigte.

Bekannt seit: 18. Jahrhundert ·
Anzahl Varianten: über 100 ·
Beliebteste Variante: Klondike ·
Kartenanzahl: 52 (französisches Blatt)

Kurzüberblick

1Bestätigte Fakten
2Was unklar ist
3Zeitleisten-Signal
4Wie es weitergeht

Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Kennzahlen zusammen.

Fakten auf einen Blick: Die wichtigsten Kennzahlen der Patience.
Merkmal Wert
Erste Erwähnung um 1746 (Deutschland) – (David Parlett (Historiker))
Beliebteste Variante Klondike (Wikipedia (Solitaire))
Standard Deck 52 Karten (französisches Blatt)
Durchschnittliche Spieldauer 5–15 Minuten
Gewinnwahrscheinlichkeit (Klondike) ca. 82 % (bei optimalem Spiel)
Digitale Verbreitung ab 1990 mit Windows 3.0 (Smithsonian Magazine)
Anzahl bekannter Varianten über 100
Erste englische Regelsammlung 1870 (Project Gutenberg (Regelbuch von 1870))

Was ist Patience?

Herkunft und Geschichte der Patience

  • Patience, international auch Solitaire genannt, ist ein Sammelbegriff für Kartenspiele, die eine Person allein spielt. Ziel ist es meist, alle Karten in eine festgelegte Ordnung zu bringen (Wikipedia (Solitaire)).
  • Die ersten bekannten Sammlungen von Patience-Spielen wurden 1826 in Russland veröffentlicht (Britannica (Kartenspiel-Geschichte)). Danach folgten Ausgaben in Deutschland und Frankreich.
  • Historiker wie David Parlett vermuten, dass der ursprüngliche Zweck von Patience-Spielen mit Wahrsagerei verbunden war – ein Üben der Geduld, um das Gelingen von Vorhaben zu prüfen (David Parlett / parlettgames.uk).
Fazit: Die Wurzeln der Patience liegen im 18. Jahrhundert in Europa. Die überlieferten Varianten dienten nicht nur der Unterhaltung, sondern auch der Konzentration und – möglicherweise – der Wahrsagerei. Wer heute eine Partie startet, setzt eine jahrhundertealte Tradition fort.

Unterschied zwischen Patience und Solitaire

  • Im britischen Englisch ist „Patience“ gebräuchlich, im amerikanischen Englisch heißt das Spiel „Solitaire“ (Wikipedia (Solitaire)).
  • Im Deutschen hat sich der Begriff „Patience“ durchgesetzt, während „Solitaire“ oft spezifisch auf die digitale Version verweist.
  • Die Spielmechanik ist identisch: Es handelt sich um dieselbe Kartenspielgattung.
Der Kern

Ob Patience oder Solitaire: Das Spielprinzip ist weltweit gleich. Der Unterschied ist rein sprachlich – und eine Frage der Region. Für Spieler bedeutet das: Keine Regelunterschiede, nur unterschiedliche Namen auf dem Karton. – Wikipedia (Solitaire)

Das zeigt: Der Name verrät das Spielprinzip – Geduld ist der Schlüssel.

Wie spielt man Patience? (Schritt-für-Schritt-Anleitung)

Die folgenden Schritte zeigen die klassische Klondike-Variante – die mit Abstand populärste Form der Patience. Sie wird mit einem 52-Karten-Deck gespielt.

  1. Legen Sie die Karten in sieben Spalten aus: erste Spalte eine Karte, zweite zwei usw. bis zur siebten mit sieben Karten.
  2. Decken Sie jeweils die oberste Karte jeder Spalte auf – die darunterliegenden bleiben verdeckt.
  3. Ziel ist es, alle Karten auf vier Foundation-Stapel zu legen, beginnend mit Ass bis König in derselben Farbe.
  4. Verschieben Sie Karten im Tableau in absteigender Reihenfolge und abwechselnder Farbe.
  5. Ziehen Sie Karten vom Stock (eine oder drei Karten pro Zug, je nach Variante).
  6. Füllen Sie leere Tableau-Spalten nur mit einem König oder einer König-Folge.
  7. Das Spiel ist gewonnen, wenn alle 52 Karten auf den Foundation-Stapeln liegen.

Spielaufbau und Kartenauslage

  • Die Karten werden in sieben Spalten (Tableau) ausgelegt: Die erste Spalte erhält eine Karte, die zweite zwei Karten, die dritte drei und so weiter bis zur siebten Spalte mit sieben Karten (Bicycle Cards (Spielregeln)).
  • Von jeder Spalte ist nur die oberste Karte aufgedeckt; die darunterliegenden Karten liegen verdeckt.
  • Der restliche Kartenstapel (Stock) wird bereitgelegt – von hier zieht der Spieler nach Bedarf.

Spielregeln für Klondike

  • Ziel: Alle Karten auf vier Foundation-Stapel (Fundamente) legen – beginnend mit Ass, aufsteigend bis König, jeweils in derselben Farbe (Wikipedia (Solitaire)).
  • Im Tableau dürfen Karten in absteigender Reihenfolge und abwechselnden Farben verschoben werden (z. B. rote 6 auf schwarze 7).
  • Leere Tableau-Spalten dürfen nur mit einem König oder einer König-Folge gefüllt werden.
  • Vom Stock wird jeweils eine Karte (oder drei Karten, je nach Variante) aufgedeckt. Pro Durchgang darf so lange gezogen werden, bis der Stock leer ist (Prosults Studio (Regel-Erklärung)).

Gewinnbedingungen

  • Das Spiel ist gewonnen, wenn alle 52 Karten auf die vier Foundation-Stapel gelegt wurden – jede Farbe von Ass bis König.
  • Eine Patience geht auf – so nennt man es im Deutschen, wenn das Spiel erfolgreich zu Ende gebracht wurde.
Fazit: Die Regeln sind schnell gelernt: Tableau aufbauen, Karten in absteigender Reihenfolge verschieben, Foundation befüllen. Für absolute Anfänger: Starten Sie mit der Ein-Karten-Ziehvariante – sie ist einfacher und erlaubt mehr Kontrolle.

Was diese Schritt-für-Schritt-Anleitung zeigt: Klondike ist zwar einfach zu lernen, aber jede Partie verlangt strategische Entscheidungen.

Welche Patience-Varianten gibt es?

Die Zahl der Varianten ist kaum überschaubar – über 100 sind dokumentiert. Vier davon stechen besonders hervor.

Klondike

  • Die bekannteste Variante weltweit. Mit der Veröffentlichung von Windows Solitaire 1990 wurde Klondike zum Synonym für Patience (Smithsonian Magazine).
  • Spielprinzip: Sieben Tableau-Spalten, vier Foundation-Stapel, ein Stock.

Spider Solitaire

  • Wird mit zwei Decks (104 Karten) gespielt. Ziel: Zehn Folgen von Ass bis König in derselben Farbe zusammensetzen (Wikibooks (Patience)).
  • Gilt als anspruchsvoller als Klondike, da weniger Zufall und mehr Strategie gefragt ist.

FreeCell

  • Alle Karten sind von Beginn an aufgedeckt – kein Glück, nur Können (Wikibooks (Patience)).
  • Acht freie Zellen erlauben Zwischenablagen, das Tableau wird in acht Spalten aufgebaut.

Pyramiden-Patience

  • Die Karten werden pyramidenförmig ausgelegt. Ziel: Paare mit dem Wert 13 (z. B. 7 und 6) entfernen (Wikibooks (Patience)).
  • Die Pyramide muss vollständig abgebaut werden – eine der ältesten dokumentierten Varianten.
Die Richtige wählen

Einsteiger starten am besten mit Klondike (einfach, weit verbreitet). Wer strategische Herausforderungen sucht, wechselt zu FreeCell oder Spider. Die Pyramiden-Patience ist eine gute Wahl für kurze, knackige Partien. – Bicycle Cards (Spielregeln)

Das Muster ist klar: Jede Variante fordert andere Fähigkeiten – von Geduld bis zur taktischen Planung.

Wo kann man Patience online spielen?

Google Solitaire

  • Google bietet eine integrierte Solitaire-Version direkt im Browser – Suchbegriff „Solitaire“ eingeben, schon startet das Spiel (Google Support (Google Solitaire)).
  • Keine Anmeldung nötig, keine Werbung, klassisches Klondike im Ein-Karten-Modus.

Kostenlose Webseiten

  • Zahlreiche Webseiten wie Solitaire.com oder Solitaire.org bieten Patience ohne Registration an.
  • Warnung: Viele dieser Seiten finanzieren sich über Werbung. Achten Sie auf seriöse Anbieter mit klaren Datenschutzhinweisen.

Mobile Apps

  • Sowohl für Android als auch für iOS gibt es hunderte Patience-Apps. Empfehlenswert ist die „Solitaire Classic“-App von MobilityWare (MobilityWare (Entwickler)).
  • Viele Apps bieten mehrere Varianten (Klondike, Spider, FreeCell) und Statistiken zur eigenen Gewinnquote.
Vorsicht bei Free-Apps

Gratis-Apps finanzieren sich oft über personalisierte Werbung. Wer seine Daten schützen möchte, wählt werbefreie Bezahl-Apps oder die datensparsame Google-Variante im Browser.

Der Trend geht klar zur datenschutzfreundlichen Browser-Variante – sie ist werbefrei und benötigt keine Installation.

Welche Tipps und Tricks helfen bei Patience?

Strategien für Anfänger

  • Bewegen Sie zuerst die Karten aus dem Tableau, die Sie direkt verschieben können – so schaffen Sie Platz und decken verborgene Karten auf.
  • Nutzen Sie den Stock strategisch: Bei der Ein-Karten-Ziehung haben Sie mehr Kontrolle, bei der Drei-Karten-Variante steigt der Zufall (Prosults Studio (Zieh-Varianten)).

Fortgeschrittene Taktiken

  • Denken Sie mehrere Züge voraus – besonders wichtig bei FreeCell, wo alle Karten sichtbar sind.
  • Leere Tableau-Spalten sind wertvoll. Besetzen Sie sie nur dann mit einem König, wenn Sie die Folgen dahinter strategisch nutzen können.

Häufige Fehler vermeiden

  • Nicht vorschnell die Foundation befüllen: Sobald eine Karte auf dem Foundation-Stapel liegt, kann sie nicht zurück ins Tableau – das blockiert manchmal das Spiel.
  • Geben Sie nicht zu früh auf. Bei Klondike sind bei optimalem Spiel rund 82 % aller Partien lösbar (Wikipedia (Solitaire)).
Fazit: Geduld ist tatsächlich der Schlüssel – der Name verrät es. Wer strategisch vorgeht und nicht zu schnell aufgibt, wird bei rund vier von fünf Partien belohnt. Anfänger sollten mit der Ein-Karten-Variante starten und erst später auf die Drei-Karten-Ziehung umsteigen.

Die entscheidende Lektion: Bei optimaler Spielweise sind über 80 % der Klondike-Partien lösbar – aufgeben lohnt sich selten.

Wer tiefer in die Materie eintauchen möchte, findet in der Solitär-Anleitung und Regeln eine umfassende Erklärung der klassischen Spielweise.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie viele Karten werden bei Patience verwendet?

Standardmäßig ein französisches Blatt mit 52 Karten – ohne Joker. Manche Varianten wie Spider Solitaire verwenden zwei Decks (104 Karten). (Bicycle Cards (Spielregeln))

Kann man Patience mit einem französischen Blatt spielen?

Ja, das französische Blatt mit 52 Karten (Kreuz, Pik, Herz, Karo) ist das Standarddeck für Patience und wird weltweit verwendet.

Was ist der Unterschied zwischen Patience und einem normalen Kartenspiel?

Patience ist eine bestimmte Spielgattung für eine Person. Normale Kartenspiele sind oft für mehrere Spieler ausgelegt. Patience folgt eigenen Regeln und Zielsetzungen.

Ist Patience auch auf dem Smartphone spielbar?

Ja, es gibt hunderte Apps für Android und iOS. Empfehlenswert ist die „Solitaire Classic“-App von MobilityWare. Auch Google Solitaire läuft im mobilen Browser. (MobilityWare (Entwickler-App))

Gibt es eine Möglichkeit, Patience mit zwei Personen zu spielen?

Klassische Patience ist ein Ein-Personen-Spiel. Es gibt jedoch spezielle Zweipersonen-Varianten wie „Double Solitaire“, bei der beide Spieler zeitgleich an eigenen Tableaus spielen.

Welche Patience-Variante ist am einfachsten?

Klondike mit Ein-Karten-Ziehung gilt als die zugänglichste Variante. Die Regeln sind schnell verstanden, und die Gewinnwahrscheinlichkeit liegt bei ca. 82 % bei optimalem Spiel. (Wikipedia (Solitaire))

Wie lange dauert eine Partie Patience im Durchschnitt?

Eine Partie Klondike dauert zwischen 5 und 15 Minuten – je nach Variante, Spielgeschwindigkeit und Glück beim Kartenlegen.

Die häufigsten Fragen zeigen: Patience ist zeitlos und flexibel – egal ob auf Papier oder digital.